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Schwarzes Brett

20.08.2018

 

 

Liebe Kopovfreunde,

 

Jagen mit unseren Hunden steht aktuell auf unserer Tagesordnung. Mit uns gemeinsam Beute zu machen ist unser gemeinsames Interesse.

 

Züchterisch sind wir in diesem Jahr mit 41 Anpaarungen der Rasse Slovensky Kopov unserem Vorhaben den Bestand an Schwarzwildbracken weiter zu festigen und der Jägerschaft gesunde und gut veranlagte Hunde zur Verfügung zu stellen, wieder ein Stück näher gekommen.

 

Auch in diesem Jahr blieb unser Schwarzwildgatter in Karthan nicht von unvorhersehbaren Überraschungen verschont. Dem großen Engagement einiger Kopovfreunde ist es zu verdanken, dass die entstandenen Schäden beseitigt werden konnten und ein Übungsbetrieb wieder möglich ist. An dieser Stelle noch einmal ausdrücklicher Dank! Es zeigt sich hier wie wichtig eine vor Ort funktionierende Organisation ist. Ebenso möchte ich mich an dieser Stelle bei all den Kopovfreunden bedanken, die uns bei der alljährlich stattfindenden von Saldernschen Drückjagd als Hundeführer unterstützen.

 

Die in diesem Jahr unter unserer Federführung durchgeführte Verbandsfährtenschuhprüfung (VFSP) im Spessart war kurzum für alle Beteiligten ein Erfolg und reihte sich damit nahtlos als jährlicher Meilenstein in das Vereinsleben der Brackenzuchtvereine ein.

 

Die Arbeit in den Regionalgruppen läuft im Wesentlichen gut, allen die sich hier ins Zeug werfen sei an dieser Stelle gedankt. Jeder der Ambitionen hat aktiv zu werden, sei an dieser Stelle aufgerufen sich mit den Verantwortlichen zu verständigen.

Termine und Ausschreibungen für 2019 finden Sie inklusive der weiteren Informationen in unserem Mitteilungsblatt bzw. hier auf unserer Homepage. Bitte unbedingt die Ausschreibungsmodalitäten und den Nennschluss beachten. Ein Blick in unsere Prüfungsordnung vor der Prüfung erspart u. U. eine ganze Menge Missverständnisse und Ärger.

 

Bitte denkt alle daran, dass ein Verein von den Aktivitäten seiner Mitglieder lebt und bringt Euch ein!

 

Wenn es dann soweit ist, allen Kopovfreunden ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2019.

 

Mit den besten Wünschen und Brackenheil!

Hubertus Heine

 

 

 

 

Einladung an die Leistungsrichter des SBV e.V.

 

Die alljährliche SBV-Richterschulung im Kalenderjahr 2019 findet wie nachstehend beschrieben statt:

 

Termin:

 Samstag, 27.04.2019

 

 

Ort:

Theorie und Mittagessen (20 Personen)

Landgasthof zum Hirschen
Inhaberin: Iris Kaulbersch
97285 Tauberrettersheim

Mühlenstrasse 1,

Tel.: 09338/ 322, Fax 09338/ 8217
Email: Landgasthof@zum-Hirschen.info
web: www.zum-Hirschen.info

 

Ort:

 Schwarzwildgewöhnungsgatter Louisgarde bei Bad Mergentheim

 (6 Hunde angemeldet)

 

 

Zeitplan: 

10:00 Uhr Beginn Theorie im Gasthaus

12:00 Uhr Mittagessen

13:00 Uhr Abfahrt ins im Gatter (10min Fahrt)

15:00 Uhr Auswertung Gatter

16:00 Uhr Ende

 

Anmeldung:         Oliver Döz (per Mail an oliverdoez@gmx.net) Richternummer mit angeben!!!

 

Im Landgasthaus gibt es auch Übernachtungsmöglichkeit, hierfür bitte selbstständig und rechtzeitig darum kümmern.

 

 

 

Protokoll: Die Züchtertagung 2018 fand am Samstag, den 29. Juni, um 16.00 Uhr im Waldhotel Heppe, Heppenweg 1, 63874 Dammbach- Spessart statt.

 

Tagesordnung:

 

Top 1: Begrüßung der angereisten Züchter, Deckrüdenbesitzer, Vorstandsmitglieder und der Referentin Frau Dr. C. Urhausen durch den HZW Rolf Strieder.

  

Top 2: Vortrag von Frau Dr. Urhausen ,

„Rund um den erfolgreichen Zuchteinsatz der Hündin“.

 

Das Canine Herpesvirus und seine Bedeutung für die Hundezucht

von

Dr. Carola Urhausen

Tierärztliche Praxis Langenhagen

Kurt-Schumacher-Allee 46, 30851 Langenhagen

carola.urhausen@web.de

 

Um die Befruchtungschancen bei einem Zuchteinsatz zu erhöhen, wird von Seiten der Züchterschaft oft eine tierärztliche Betreuung ihrer Hündinnen gewünscht. Neben der gynäkologischen und endokrinologischen Untersuchung zur Bestimmung des optimalen Deckzeitpunktes und der bakteriologischen Untersuchung eines Scheidentupfers wird immer wieder auch der Nachweis oder Ausschluss einer Infektion mit dem caninen Herpesvirus (CHV-1) angesprochen. Da bezüglich der Bedeutung dieser Virusinfektion für die Fruchtbarkeit und Welpenaufzucht häufig Unsicherheit besteht, soll im Folgenden zu Verbreitung, Pathogenese, klinischer Symptomatik, Diagnostik und Prophylaxe einer Herpesvirusinfektion Stellung bezogen werden.

 

Das CHV-1 stellt einen der wichtigsten viralen Erreger in der Hundezucht dar und wird sowohl mit Fruchtbarkeitsstörungen der Hündin als auch mit dem infektiösen Welpensterben in Verbindung gebracht. Bei der Hündin kann es abhängig von dem zum Zeitpunkt der CHV-1 Infektion bestehendem Trächtigkeitsstadium (1. Embryonalphase vor Implantation (Einnistung): bis Tag 20 post ovulationem/post ov (nach dem Eisprung); 2. Embryonalphase nach Implantation: Tag 20-28/30 post ov., 3. Fetalphase: Tag 30 post ov. bis Geburt) zum Absterben noch nicht eingenisteter  Embryonen und damit zum Ausbleiben der Trächtigkeit, zum embryonalen Fruchttod mit Resorptionen, zum fetalen Fruchttod mit Abort oder zur Geburt lebensschwacher oder toter Welpen kommen.

Eine Infektion der Welpen während des Geburtsvorganges durch infektiöses Vaginalsekret der Hündin führt zu einer hochakuten Erkrankung der Welpen innerhalb der ersten drei Lebenswochen, verbunden mit hoher Welpensterblichkeit.

 

Das CHV-1 gehört zur Familie der Herpesviridae. Hierbei handelt es sich um eine weltweit vorkommende Virusfamilie, deren Name sich aus dem Griechischen („herpein = „kriechen“) herleitet und an den durch Herpes-Simplex-Viren verursachten „kriechenden“ Hautausschlag beim Menschen angelehnt ist. Herpesviren sind im Tierreich weit verbreitet. Neben den bisher bekannten acht Herpesviren des Menschen, unter die auch die Erreger  des Lippenherpes (Herpes Simplex Typ 1) sowie der Windpocken und der Gürtelrose (Varicella-Zoster-Virus) fallen, wurden Herpesviren auch bei anderen Säugetieren (u.a. Rind, Schwein, Pferd, Hund, Katze) sowie bei Vögeln, Reptilien und Fischen nachgewiesen. Herpesviren sind in der Regel streng wirtsspezifisch, d.h. eine Ansteckung zwischen den verschiedenen Spezies findet nicht statt.

Obwohl die Symptome der durch Herpesviren verursachten Infektionen stark variieren, gleichen sich alle Vertreter dieser Virusfamilie in ihrem Aufbau und in verschiedenen biologischen Eigenschaften.

 

Morphologie

Bei den Herpesviren handelt es sich um behüllte Viren (Abb 1). Mit einem Durchmesser von 150 bis 200 Nanometern gehören sie damit zu den größten Viren. Im Inneren des Herpesvirus befindet sich der Kern, der die Erbinformation des Virus in Form einer doppelsträngigen linearen DNA beherbergt. Die Virushülle ist mit Glykoproteinfortsätzen („spikes“), bestehend aus einem Protein und mehreren Kohlenhydratgruppen besetzt, welche eine entscheidende Rolle für die Infektiösität und die Vermehrung des Virus spielen. Durch ihre Hülle sind Herpesviren relativ anfällig gegenüber Umwelteinflüssen und können mit Hilfe handelsüblicher Reinigungs- und Desinfektionsmittel leicht inaktiviert und damit unschädlich gemacht werden. Der optimale Temperaturbereich für die Vermehrung der Herpesviren liegt bei 34 bis 36 Grad Celsius.

Latenz

Eine besondere Eigenschaft der Herpesviren ist die Ausbildung einer lebenslangen latenten Infektion. Der Begriff „Viruslatenz“ bedeutet, dass das Virus vom Immunsystem nicht vollständig eliminiert werden kann, sondern es befindet sich nach einer akuten Infektion oder Reaktivierung zurückgezogen in einer Art Ruhezustand in den Wirtszellen. Es ist also nach wie vor im Körper des infizierten Individuums vorhanden. Die Virusvermehrung ist allerdings während dieser Phase unterbrochen und somit kann das Virus während der Latenz  im Wirt auch nicht nachgewiesen werden. Als Lokalisation der Latenz wurden im Fall von CHV-1 Nervenzellen im Gesicht (Trigeminalganglien) und Kreuzbeinbereich (Sakralganglien) identifiziert.

Durch externe oder interne Reize, wie z.B. Stress durch Ausstellung, Krankheit, Läufigkeit, Trächtigkeit oder Geburt, kann das ruhende Virus reaktiviert werden, wodurch es zu einer Wiederaufnahme der Virusvermehrung kommt. Ebenso kann eine Cortisontherapie über eine Unterdrückung des Immunsystems zu einer Reaktivierung der latent vorhandenen Herpesviren führen. In der Folge breitet sich das CHV-1 rasch zu den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raumes und des Genitaltrakts aus. Damit wird das betroffene Tier erneut zum Virusausscheider und kann in dieser Phase andere Tiere anstecken.

 

Epidemiologie

Das CHV-1 wurde erstmals in den USA im Jahr 1965 als verantwortlicher Erreger einer schwerwiegenden hämorrhagischen Erkrankung bei neugeborenen Welpen beschrieben. Mittlerweile wurde das Virus weltweit in zahlreichen Ländern isoliert und neuere europäische Studien deuten auf ein lokal begrenztes Vorkommen des Virus in Hundepopulationen hin. Die Infektiösität des CHV-1 beschränkt sich auf Mitglieder der Familie der Hundeartigen (Canidae).

 

Neben der Infektion der Embryonen oder der Feten während der Trächtigkeit, in deren Folge es zu Fruchtresorption, Abort oder Geburt toter Welpen kommen kann, kann das CHV-1 auch vesikuläre Läsionen (Bläschenbildung) auf der Genitalschleimhaut von Hündin und Rüde hervorrufen. Des Weiteren kann es bei jungen und ausgewachsenen Hunden zu Erkrankungen der Atemwege (Beteiligung am Zwingerhusten-Komplex) und der Augen (z.B. in Form einer Bindehautentzündung) führen.

 

Das Virus findet sich im Nasen- und Rachenraumsekret infizierter Tiere und somit erfolgt eine Infektion mit CHV-1 bei erwachsenen Hunden hauptsächlich über eine Tröpfcheninfektion durch gegenseitiges Belecken oder Beschnuppern. Da es sich bei infizierten Tieren im akuten Stadium auch in der Genitalschleimhaut aufhalten kann, ist ebenso eine Übertragung während des Deckaktes vom Rüden auf die Hündin oder umgekehrt möglich. Eine künstliche Besamung schützt jedoch nur den Rüden vor einer möglichen Infektion, da das Virus bei Ausscheidung im Ejakulat enthalten ist. 

Infiziert sich ein erwachsener Hund mit dem CHV-1 verläuft die Infektion in der Regel unauffällig und stellt für das Tier keine ernsthafte Erkrankung dar. In vielen Fällen sind die Symptome so schwach ausgeprägt, das die Infektion vom Besitzer unbemerkt verlaufen kann.

Weitaus gravierender ist der Krankheitsverlauf bei Welpen. Liegen bei der Mutterhündin aufgrund einer  frischen CHV-Infektion Herpesbläschen in der Vaginalschleimhaut vor oder ist das Muttertier aufgrund einer gerade erfolgten Virusreaktivierung Ausscheiderin, infizieren sich die Welpen während der Passage des weichen Geburtsweges über den virushaltigen Bläscheninhalt bzw. das virushaltige Scheidensekret oder bei der Pflege durch das Muttertier über deren Nasen-und Rachensekret.

 

Infektionsverlauf und klinische Symptomatik

Bei Erstinfektion kommt es zur initialen Vermehrung des Virus in der Schleimhaut der Eintrittspforte (z.B. Nasenschleimhaut, Rachenschleimhaut). Nachfolgend entsteht eine Virämie und das Virus breitet sich über die Blutbahn im gesamten Körper  aus. Nach einer Inkubationszeit von 3-6 Tagen scheiden die betroffenen Tiere während der akuten Phase einer CHV-1 Infektion das Virus für ca. 2-3 Wochen über das Nasen- Rachen- und Genitalsekret aus und zwar unabhängig vom Infektionsweg.

 

Abhängig vom Alter des infizierten Individuums unterscheidet man verschiedene Verlausformen der CHV-1 Infektion. Die beim erwachsenen Hund auftretende respiratorische Form verläuft meist subklinisch und ist oft für den Besitzer nicht wahrnehmbar. Betroffene Tiere können eine leichte Bindehautentzündung (Abb.2) sowie serösen Nasenausfluss zeigen. In der Regel verschwinden die Symptome ohne Behandlung innerhalb weniger Tage von selbst. Da CHV-1 am sog. Zwingerhustenkomplex beteiligt ist, kann es bei zusätzlicher Infektion mit Bakterien zu einem Infekt der oberen Atemwege, verbunden mit respiratorischen Symptomen, kommen.

 

Bei der genitalen Form der CHV-1 Infektion treten auf der Genitalschleimhaut von Rüde und Hündin charakteristische Bläschen mit virushaltigem Sekret auf. Beim Rüden sind diese Veränderungen an der Präputialschleimhaut, bei der Hündin auf der Scheidenschleimhaut zu finden. Die genitale Form der CHV-1 Infektion ist in der Regel selbstlimitierend, da die Bläschen auf der Genitalschleimhaut innerhalb von zwei Wochen von selbst verschwinden.

 

Die akute, neonatale CHV-1 Infektion stellt die weitaus schwerwiegendste Erkrankungsform dar. Sie tritt bei Welpen innerhalb der ersten 21 Lebenstage, häufig schon in der ersten Lebenswoche, auf. Durch den engen Kontakt der Wurfgeschwister miteinander breitet sich das Virus zusätzlich schnell von Welpe zu Welpe aus. Nach einer Inkubationszeit von 3-7 Tagen zeigen die Welpen erste klinische Symptome in Form von Saugunlust, Wimmern, Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme und weichem grün-gelblichem Durchfall. Des Weiteren können eine gesteigerte Atemfrequenz, Atembeschwerden, Erbrechen und Speicheln auftreten. Die Welpen sterben innerhalb von 1-2 Tagen nach dem Auftreten der ersten klinischen Symptome. Die bei Welpen generalisiert und hochakut verlaufende Infektion wird begünstigt durch die niedrige Körpertemperatur der Welpen sowie durch das in den ersten Lebenswochen noch unreife Immunsystem und führt bei 80% der betroffenen Tiere innerhalb weniger Tage zum Tode. Bei Welpen, die die Infektion überstanden haben, muss mit einer deutlich verzögerten Entwicklung und einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber anderen Infektionen gerechnet werden.

 

Diagnosestellung

Aufgrund der unspezifischen Erkrankungssymptome der Welpen gestaltet sich eine sichere Diagnose des CHV-1 schwierig. Hinweisend können die hohe Welpensterblichkeit sowie der akute Verlauf der Infektion sein. Umso wichtiger ist eine Diagnosesicherung post mortem durch die patho-histologische Untersuchung der Organe verstorbener Welpen. Hierbei lassen sich im Falle einer CHV-1 Infektion charakteristische Organveränderungen finden. Niere, Leber und Lunge weisen eine typische rötliche Sprenkelung, sog. "red spots“  auf (Abb.3).

Bei Unfruchtbarkeit, Fortpflanzungsstörungen und/oder Aborten kann ein Virusnachweis aus Nasen/Rachensekret oder Plazenta versucht werden. Hier ist jedoch nur ein positives Ergebnis aussagekräftig, da bei einem negativen Ergebnis aufgrund der Viruslatenz eine im „Ruhestadium“ befindliche CHV-1 Infektion nicht ausgeschlossen werden kann.

Neben dem direkten Virusnachweis kann der Nachweis von Antikörpern im Blutserum in Verbindung mit den klinischen Symptomen zur Diagnosefindung beitragen. Bei einer Infektion reagiert das Immunsystem des Hundes mit der Bildung von Antikörpern gegen den Erreger. So sind nach einer kürzlich abgelaufenen CHV-1 Infektion (Erstinfektion oder Reaktivierung) Antikörper gegen das Virus in größerer Menge im Blut nachweisbar. Der Antikörpertiter ist ein indirektes Maß für die Konzentration von Antikörpern im Blut.

Während die Messung eines erhöhten Titers die Verdachtsdiagnose erhärtet, reicht im Falle eines niedrigen Antikörpertiters eine einzige Messung nicht aus. Daher wird die Untersuchung von zwei Blutserumproben im Abstand von 2-4 Wochen empfohlen, um einen ggf. noch erfolgenden Anstieg des Antikörpertiters zu erfassen. Liegt in der zweiten Serumprobe ein um ein 4-faches höherer Antikörpertiter vor als in der ersten Probe, stellt dies ein deutliches Indiz für eine CHV-1 Infektion dar. Insgesamt muss von einer relativ geringen Reaktion des Immunsystems ausgegangen werden, die zudem zeitlich begrenzt ist. So kann nur über einen Zeitraum von 8 bis  12 Wochen nach einer Infektion oder Reaktivierung mit einem erhöhten Antikörpertiter gerechnet werden. Aus diesem Grund gilt auch für den Antikörpernachweis, dass dieser nur eine zurückliegende Infektion anzeigt, während ein negatives Ergebnis, also ein basaler Antikörpertiter, eine bestehende oder latente Infektion nicht ausschließt.

 

Therapie

Wie bei den meisten Virusinfektionen ist eine direkte medikamentöse Bekämpfung des Caninen Herpesvirus nicht möglich. Deshalb muss die Therapie auf die Krankheitssymptome ausgerichtet werden. Mittels Dauertropfinfusion und parenteraler (unter Umgehung des Verdauungstraktes) Ernährung kann versucht werden, die bei neugeborenen Welpen sehr rasch und hochakut auftretenden Flüssigkeits- und Energieverluste auszugleichen. Zur Vermeidung oder Behandlung bakterieller Sekundärinfektionen muss ein geeignetes Antibiotikum verabreicht werden.

Eine Behandlung mit Virostatika als Therapeutikum der CHV-1 Infektion ist beim Hund wenig erforscht. Hierbei handelt es sich um Medikamente, die hemmend in den Vermehrungs- und Freisetzungsprozess der Viren eingreifen.

 

Prophylaxe

Einen besonderen Stellenwert zur Vermeidung des durch CHV-1 bedingten infektiösen Welpensterbens besteht in vorbeugenden Maßnahmen (Infektionsprophylaxe). Da das CHV-1 außerhalb des Körpers relativ labil ist, können die regelmäßige Reinigung und Desinfektion der Umgebung der Hunde und des Wurfbereichs dazu beitragen, Infektionen und damit auch die Virusausbreitung einzudämmen. Tragende Hündinnen sollten grundsätzlich von größeren Hundeansammlungen ferngehalten werden. Eine saubere Wurfbox in warmer, vor Zugluft geschützter Umgebung und die Einhaltung hygienischer Maßnahmen bei der Betreuung der Hündin während der Geburt (saubere, ggf. mit Einmalhandschuhen versehene Hände, Verwendung sauberer Tücher als Unterlage) stellen Grundvoraussetzungen der Infektionsprophylaxe dar. Ferner sollten die Welpen zumindest  in den ersten 4 Wochen nach der Geburt keinen Kontakt mit Besuchern und fremden Hunden haben. Bei der Geburt und in den ersten Lebenswochen sollte für eine relativ hohe Umgebungstemperatur bei ausreichender Luftfeuchtigkeit (60%) gesorgt werden, da die optimale Vermehrungstemperatur für das CHV-1 bei 34 bis 36 °C liegt, was der Körpertemperatur von Welpen (35,5 – 36,5°C) in der ersten Lebenswoche entspricht. In Studien konnte gezeigt werden, dass die Vermehrung des Virus bei Temperaturen über 38°C um das 100- 1000fache reduziert wird. Dies ist jedoch im Alltag nicht umsetzbar.

Da aber Welpen erst im Alter von 3 bis 4 Wochen in der Lage sind, ihre Körpertemperatur selbstständig zu regulieren, sollten zusätzliche Wärmequellen angeboten werden.  Die direkte Umgebungstemperatur sollte in der 1. Lebenswoche 28-30°C, in der 2. und 3. Lebenswoche 26-28°C, in der 4. Lebenswoche 22-24°C und ab der 5. Lebenswoche 20-22°C betragen. Bei Anwendung von Wärmelampen oder Wärmedecken/Heizkissen ist dringend darauf zu achten, dass die Temperatur für die Welpen nicht zu hoch ist, so dass es zu Austrocknung oder im schlimmsten Fall zu Verbrennungen kommt. Zudem müssen die Welpen, ebenso wie die Mutterhündin die Möglichkeit haben, sich der Wärme zu entziehen.

 

Die Entwicklung der Welpen per Kaiserschnitt stellt keine Option zur Infektionsprophylaxe während der Geburt dar, weil hierdurch lediglich eine mögliche Kontamination mit Vaginalsekret einer infizierten Hündin vermieden werden kann. Dagegen kann eine Infektion über die virushaltigen Nasen- und Rachensekrete der Hündin im Rahmen der Versorgung der Welpen durch einen Kaiserschnitt nicht verhindert werden.

 

Die wirkungsvollste Prophylaxe einer schwerwiegenden Verlaufsform der CHV-1 Infektion bei neugeborenen Welpen stellt die Impfung der Mutterhündin mit Eurican® Herpes 205 (Merial GmBH, Hallbergmoss, Deutschland) dar. Die Anwendung des Impfstoffes beschränkt sich auf die Hündin im aktuellen Zuchteinsatz und erfolgt zunächst in der Läufigkeit oder bis 7 Tage nach dem Deckakt sowie als Wiederholungsimpfung im letzten Drittel der Trächtigkeit. Die Impfung der Mutterhündin führt zur Bildung von Antiköpern gegen CHV-1, welche zu einem geringen Anteil schon während der Trächtigkeit über die Plazenta, vor allem aber in den ersten 48 Stunden nach der Geburt über die Erstmilch (Kolostrum) auf die Welpen übertragen werden. Die Antikörper können die Welpen nicht vor der Infektion schützen, verhindern jedoch die klinische Erkrankung mit meist tödlichem Verlauf.

 

Schlussbetrachtung

Oft wird im Zusammenhang mit Welpensterblichkeit zu schnell die Verdachtsdiagnose „durch Canines Herpesvirus bedingte klinische Infektion“ gestellt. Aufgrund der geringen Spezifität der klinischen Symptomatik, die auch bei anderen infektiösen Welpenerkrankungen auftritt, kann der Verdacht nur durch weiterführende Untersuchungen (patho-histologische Untersuchung verstorbener Welpen, Antikörpertiterbestimmung in einer gepaarten Serumprobe der Mutterhündin) bestätigt oder entkräftet werden. Es ist davon auszugehen, dass die weitaus häufigere Ursache für Welpensterblichkeit in einem suboptimalen Zuchtmanagement oder in Erkrankungen bakterieller oder anderer viraler Genese zu suchen ist. Daher sollte es auch im Interesse der Züchter sein, bei Welpenverlusten die Todesursache zweifelsfrei klären zu lassen.

 

Literatur

Carmichael LE, Squire RA, Kook L (1965): Clinical and pathologic features of fatal viral disease of newborn puppies. Am J Vet Res 26, 803-814

Carcia-Blanco MA, Cullen BR (1991): Molecular basis of latency in pathogenic human viruses. Science 254, 815-820

Hashimoto A, Hirai K, Fukushi H, Fujimoto Y (1983): The vaginal lesions of a bitch with a history of canine herpesvirus infection. Jap J et Sci 45, 123-126

Hill H, Mare CJ (1974): Genital disease in dogs caused by canine herpesvirus. Am J Vet Res 35 669-673

Manteufel J (2008): Canines Herpesvirus und Canine Minute Virus beim Hund. VDM Verlag.

Manteufel J, Günzel-Apel AR, Truyen U (2008): Canines Herpesvirus und Canine Minute Virus: Eine Querschnittsstudie unter Zuchthunden in Deutschland. Tierärztliche Praxis 36, 405-411.

Okuda Y, Hashimoto A, Yamaguchi T, Fukushi H, Mori S, Tani M (1993): Repeated canine herpesvirus (CHV) reactivation in dogs by an immunosuppressive drug. Cornell Vet 83, 291-302.

Reading MJ, Field HJ (1998)  A serological study of canine herpes virus-1 infection in the English dog population. Arch Virol, 143, 1477-1488.

Roizman B, Baines J (1991): The diversity and unity of Herpesviridae. Comp Immunol Microbiol Infect Dis 14, 63-79

Ronsse V, Verstegen J,  Thiry E, Onclin K, Guiot AL, Aeberle C, Brunet S, Poulet H (2005): Canine herpesvirus-1 (CHV-1): clinical, serological and virological patterns in breeding colonies. Theriogenology 64, 61-74.

Truyen U (2003): Infektionskrankheiten des Hundes. Eine Informationsschrift für Hundeliebhaber und Tierärzte. Verlag Virbac Tierarzneimittel GmBH (Hrsg.).

 

 

Abb.1 Canines Herpes Virus ; Elektronenmikroskop

 

 

Abb.2 CHV-Bindehautentzündung  beim erwachsenen Hund (Carmichael/Truyen)

 

Abb.3 Niere mit typischen “red spots” durch CHV-Infektion (Washington State University)

 

 

Top 3: Rückblick auf das Zuchtjahr 2017 und Ausblick auf die Zucht in 2018

 

Zunächst möchte ich die Gelegenheit nutzen und mich bei allen Mitgliedern und Züchterinnen und Züchtern für das im zurückliegenden Jahr gezeigte Engagement und die gute und sachliche Zusammenarbeit bedanken. Dieser Dank gilt besonders denjenigen von Ihnen, die mit ihren Hündinnen an der Zucht teilgenommen haben und die keine Mühe gescheut haben, den Welpen einen optimalen Start ins Hundeleben zu ermöglichen.

An dieser Stelle gebührt auch Frau Kirsten Ritter ein großes Dankeschön für ihre gewissenhafte und souveräne Führung der Zuchtbuchstelle - eine wichtige, aber sicherlich nicht immer ganz leichte Aufgabe.

Bei den Unterlagen zur Wurfabnahme liegen Ihnen Aufnahmeanträge

zum Vereinsbeitritt mit bei, mein Appell an die Züchter: „Ermuntern Sie die neuen Hundebesitzer, Mitglied in unserem Verein zu werden!“

 

Bitte schicken Sie an Frau Ritter und mich nur Einschreiben per Einwurf, bitte nicht mit Rückschein. Wir sind tagsüber nicht zu Hause und müssen dann am nächsten Tag zur Post fahren und das Einschreiben abholen – derartiger Zeitaufwand ist nicht zu leisten.

 

Info- Blatt für die Zucht

Da es bei den Züchtern, aber insbesondere bei Neuzüchtern und bei an der Zucht Interessierten immer wieder zu Rückfragen oder Fehlern in den Abläufen kommt, hat die Zuchtkommission ein Info- Blatt „Zucht“ erarbeitet, welches im letzten MB vorgestellt und auf der Homepage eingestellt wurde.

Bei Zuchtzulassungen oder auch Zwingereintragungen wird dies durch mich oder Frau Ritter ausgehändigt. Bitte lesen und beachten! Wir haben alle wichtigen Infos auf einer Seite zusammengefasst.

Es ist vorgesehen, dass die Regionalgruppenzuchtwarte sich stärker bei der Betreuung der Neuzüchter einbringen und bei der Vergabe der Welpen behilflich sind.

 

Aktuelle Situation in der Zucht

Für das Zuchtjahr 2017 waren 41 Anpaarungen beantragt und geplant.

Insgesamt sind im Jahr 2017 von den geplanten Würfen nur 28 gefallen, mit insgesamt 175 Welpen, davon 106 Rüden und 69 Hündinnen. Im Durchschnitt sind dies 6,25 Welpen pro Wurf. Im Zuchtjahr 2016 waren es im Durchschnitt  noch 6,15 und in 2015 nur 5,96 Welpen.

In diesem Jahr sind schon einige Würfe gefallen, dabei ist besonders erfreulich, dass wir wieder vermehrt große Würfe haben und die Welpensterblichkeit offensichtlich zurückgegangen ist (siehe Homepage).

Von 40 geplanten Würfen liegen wir aktuell mit bisher 19 Würfen bei durchschnittlich 6,6 Welpen. Es ist also deutlich ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Wollen wir hoffen, dass dieser Trend noch etwas anhält und sich auf dem jetzigen Niveau stabilisieren kann. Auch sind wieder Hündinnen leer geblieben und leider nehmen viele geeignete Hündinnen nicht an der Zucht teil, mittelfristig ist das nicht so gut für unsere kleine Population.

Wir haben auch drei Rüden hinsichtlich ihrer Zeugungsfähigkeit überprüfen lassen, wovon wir einen Rüden leider aus der Zucht nehmen mussten.

Trotzdem gehe ich  davon aus, dass  in diesem Jahr 170-180 Welpen geworfen werden.Nach wie vor können wir die Nachfrage nach Welpen nicht abdecken, dabei haben die Züchter die besondere Verpflichtung die interessierten Hundeführer zu überprüfen, ob diese auch über die nötige Zeit und die jagdlichen Möglichkeiten verfügen, damit die Anlagen der Junghunde auch entsprechend abgerufen werden können. Einige Erstlingszüchter hatten vorgeschlagen eine Vermittlungsstelle für die Vergabe von Welpen,  analog zu anderen Jagdhundevereinen einzurichten. Nach ausführlicher Diskussion wurde dieser Vorschlag aber nicht weiter verfolgt.

 

Ein weiteres großes Problem besteht in der Bereitstellung von geeigneten Prüfungsrevieren und Prüfungsplätzen, um die erforderlichen Anlagenprüfungen für unsere Junghunde bereitstellen zu können.

Die zuständigen Prüfungsobleute und der gesamte Vorstand sind bemüht, diese Situation zu entschärfen und zum Gelingen der Anlageprüfungen beizutragen.

 

Bitte denken Sie daran, wenn Hunde eine Zuchtzulassung erhalten haben, auch geeignete Fotos an unseren Webmaster – Michael Hartung zu senden, damit die Daten auf der Homepage anschaulich und informativ bleiben.

 

Auch die Kardiologische Kontrolle unserer Zuchthunde soll weiterhin erfolgen um sicherzustellen, dass wir auch zukünftig auf gesunde und leistungsstarke Hunde zurückgreifen können. Die Untersuchungskosten werden vom Verein getragen.

 

Als Zuchtverein sind wir gefordert offensiv gegen die vielen Schwarzzuchten anzugehen, das kann nur über eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit erfolgen  – auch Sie, liebe Züchter/innen, sind gefordert für unseren Verein Werbung zu machen und darauf hinzuweisen, dass nur wir - Mitglied im JGHV und dem VDH/FCI sind, alles andere sind sogenannte Schwarzzuchten. Wir wollen uns aber über die Konkurrenz zu den eingesetzten Hunden aus Schwarzzuchten nicht beklagen, sondern wir müssen bemüht sein, durch bessere Arbeit zu überzeugen.

 

Nochmals der Appell an alle Züchter:

Animieren Sie Ihre Welpenkäufer Mitglied in unserem Verein zu werden und die Ausstellungen zu besuchen, die HD-Begutachtung durchzuführen und vor allen Dingen anstelle einer einfachen Brauchbarkeit beim Kreisjagdverein unsere Anlagenprüfungen zu besuchen.

  

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

Rolf Strieder